Pfadabhängigkeit als Erfahrungswissen: Ansätze für ein robustes Umweltrecht jenseits performativen «Greenwishings»
Zusammenfassung
Das schweizerische Umweltrecht hat sich nicht durch Logik, sondern aufgrund von Erfahrung herausgebildet. Einzelne Verfassungsrevisionen, Gesetzgebungsprojekte oder Urteile haben sich im Rückblick als Weichenstellungen erwiesen, deren Folgen zunächst unabsehbar waren. Die Analyse der Herausbildung des Umweltrechts nach dem Muster der Pfadabhängigkeit liefert Erklärungs- und Lösungsansätze für die umweltrechtlichen Krisenphänomene der Gegenwart. Zu diesen zählen der dezentrale, an ideelle Organisationen ausgelagerte Vollzug wesentlicher Bereiche des Umweltrechts und die hohe, für Beobachter nur mit erheblichem Aufwand nachvollziehbare Komplexität der umfassenden Koordinations- und Interessenabwägung. Ideellen Organisationen wird die Rolle als politische Blitzableiter und die Funktion informeller Organe der Bundesaufsicht aufgedrängt, während Fachbehörden des Bundes Verantwortlichkeit für die Überwachung des Vollzugs des Umweltrechts abwälzen…
Zeitschrift URP
URP 2025 645
Publikationsart
Tagungsheft