Zwischen formaler Territoriallogik und umfassender Klimaverantwortung: Die rechtliche Berücksichtigung grauer Emissionen in der Schweiz
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag untersucht die rechtliche Berücksichtigung grauer Emissionen in der Schweiz – jener Treibhausgase, die im Ausland entlang globaler Wertschöpfungsketten durch inländischen Konsum verursacht werden. Analysiert wird zunächst der gesetzliche Begriff grauer Emissionen sowie seine Einbettung in das schweizerische Klima-, Umwelt-, Energie- und Beschaffungsrecht auf Bundes- und Kantonsebene. Die Untersuchung zeigt, dass das geltende Recht zwar punktuelle Durchbrechungen des Territorialprinzips kennt, graue Emissionen jedoch weder systematisch erfasst noch kohärent integriert. Über das positive Recht hinaus verdichten völker- und verfassungsrechtliche Grundsätze sowie die jüngste internationale Rechtsprechung die normativen Argumente für eine systematische und umfassendere Berücksichtigung grauer Emissionen im nationalen Klimaschutz. Auf dieser Grundlage wird ein dreistufiges Integrationsmodell vorgeschlagen, das graue Emissionen…
Zeitschrift URP
URP 2026 231
Publikationsart
Leitartikel